Verhaltenstherapeutisches Training mit Kindern

1. Grundidee

  • Verhaltenstherapie geht davon aus, dass problematisches Verhalten erlernt wurde und deshalb auch wieder verlernt bzw. verändert werden kann.
  • Kinder sollen neue, hilfreiche Verhaltensweisen einüben und in ihrem Alltag anwenden.
  • Das Training ist praktisch, alltagsnah und handlungsorientiert.

2. Ziele

  • Förderung von Selbstkontrolle und Selbstbewusstsein
  • Verbesserung von sozialen Fähigkeiten (z. B. Freundschaften schließen, Konflikte lösen)
  • Aufbau von Problemlöse-Strategien
  • Abbau von Ängsten, Aggressionen oder impulsivem Verhalten
  • Verbesserung der Kooperation mit Eltern, Lehrern und Gleichaltrigen

3. Methoden

  • Rollenspiele: Kinder üben bestimmte Situationen (z. B. „Wie sage ich Nein?“).
  • Verstärkungssysteme: Lob, Punktepläne oder kleine Belohnungen fördern erwünschtes Verhalten.
  • Selbstinstruktionstraining: Kinder lernen, sich selbst Anweisungen zu geben („Erst nachdenken, dann handeln“).
  • Entspannungstechniken: z. B. Fantasiereisen, progressive Muskelentspannung.
  • Soziales Kompetenztraining: Regeln einhalten, zuhören, Gefühle ausdrücken.
  • Elternarbeit: Eltern lernen, konsequent, wertschätzend und unterstützend zu reagieren.

4. Rahmenbedingungen

  • Training findet oft in kleinen Gruppen oder Einzelsitzungen statt.
  • Es ist altersgerecht gestaltet (spielerisch, mit Bildern, Geschichten, Bewegung).
  • Die Eltern und manchmal auch Lehrer werden eng einbezogen, damit das Gelernte auch im Alltag umgesetzt wird.

Kurz gesagt:

Ein verhaltenstherapeutisches Training mit Kindern ist eine Art Lernprogramm für Gefühle, Gedanken und Verhalten. Kinder üben, sich besser zu steuern, Probleme zu lösen und mit anderen gut umzugehen – und Eltern lernen, sie dabei zu unterstützen.